Kategorie-Archiv: Ein Gedanke

Gemeinsam Homeschoolen mit anderen Familien

Mit frischer Motivation setze ich mich wieder einmal für ein Update hinter meinen Blog!

Seit dem neuen Schuljahr sind wir mit zwei anderen Homeschooling-Familien unterwegs. Die Idee ist entstanden, weil wir einerseits gemerkt haben, dass unser Mittlerer ein sehr sozialer Typ ist und eine Kinderschar um sich braucht, um effizient und begeistert zu lernen. Er braucht diese positive Resonanz, die in einer Gruppe entstehen kann. Anderseits habe ich als Mama auch gemerkt, dass es mich ziemlich auslaugt, die ganze Last alleine zu tragen. Auch ich bin eher der gemeinschaftliche Typ, tausche gerne mit anderen Ideen aus und arbeite gerne in einem Team. So haben sich die Türen auf wundersame Weise geöffnet und wir haben aufs neue Schuljahr mit zwei Familien mit unserem neuen Gemeinschafts-Homeschooling-Modell gestartet. Wir teilen uns die Fächer auf. So sind an einem Tag pro Woche alle Kinder fürs Deutsch bei der einen Mama, einmal pro Woche alle fürs NMM bei der zweiten Familie und einmal pro Woche sind alle Kids fürs Gestalten bei mir. Wir fühlen uns alle entlastet und es macht Spass gemeinsam unterwegs zu sein. Auch die Kids sind begeistert und können von unterschiedlichen Bezugspersonen und Vorbildern profitieren.

Bienenwaben auf der Strasse zeichnen

Bienen falten

Mit dem Zirkel 6-Ecke konstruieren und Bienenwaben zeichnen:

Hier werden mit Kaplas Bienenwaben nachgebaut.

Meine Gedanken zum Artikel „Fünf Lern-Mythen, die wissenschaftlich widerlegt sind“

Kürzlich wurde ich von einer Freundin nach meiner Meinung zum Tagi-Online Artikel „Fünf Lern-Mythen, die wissenschaftlich widerlegt sind“ gefragt. Hier meine Gedanken:

Wenn „wissenschaftlich“ im Titel steht, möchte ich genau wissen, um welche Studie es sich handelt und wie sie durchgeführt wurde und über welchen Zeitraum. Homeschooling oder das freie Lernen ist für mich eine so extrem ganzheitliche Sache, dass das ganze nur schwer messbar ist. Wenn für die Studie zum Beispiel eine normale Klasse für eine kurze Zeit beauftragt wird selbstgesteuert zu lernen und eine andere Klasse angeleitet wird zu lernen, glaube ich sofort, dass die angeleitete Gruppe in einem Test besser abschneidet. Man kann viel Leistung erbringen mit Druck und mit auf dem Tablett servierten fixfertigen hübschen Arbeitsblättern. Mich würde aber interessieren, wieviel von diesem Angelernten dann noch bleibt nach ein paar Jahren und mit wieviel Begeisterung noch weitergelernt wird. Wenn aber über lange Zeit, über Jahre ein Kind die Gelegenheit hat selbstgesteuert zu lernen, wird es mit Freude, Neugier und intrinsischer Motivation sein Leben lang weiterlernen, ohne Druck.

Was doch zählt ist nicht irgendeine Zwischenprüfung mit einer Note, sondern die langfristige Perspektive: Glücklich sein in einem Beruf oder sogar in der eigenen Berufung, ein Leben lang offen sein für Neues und das ständige Dazulernen, in den eigenen Gaben leben, seine Kreativität ausleben. Viele Schulabgänger wollen um keinen Preis je wieder die Schulbank drücken! Sie sind dermassen abgelöscht.

Es gibt in England ein Forscher, der sein Leben lang nichts anderes geforscht hat als das Phänomen „Unschooling“. Er heisst Alan Thomas. Er hat über Jahrzehnte diverse Unschooling-Familien in aller Welt begleitet und konnte keinen einzigen Fall feststellen, bei dem Unschooling komplett in die Hose ging. Das Problem ist einfach, dass man schlecht messen kann, was ein Unschooler genau kann. Wenn zum Beispiel ein 10-jähriger noch nicht lesen kann, heisst das noch lange nicht, dass er nicht gebildet ist. Ein solcher Junge kann ein viel grösseres Wissen haben als seine gleichaltrigen Kollegen. Aber das lässt sich eben nicht so schnell mit einem 0815-Test messen. Das wird sich erst langfristig zeigen.

So, jetzt habe ich viel über Unschooling geschrieben, dabei ging es in dem Artikel ja gar nicht in erster Linie darum. Aber ich nehme an, meine Freundin wollte die Meinung von uns Homeschoolern, Unschoolern oder Freilernern hören… So, jetzt muss ich mal schauen gehen, was unsere Jungs grad am gestalten, entdecken, erforschen, experimentieren und erleben sind. 😉

Homeschooling Workshop

Wenn man sich für den Homeschooling-Weg entscheidet, schwimmt man gegen den Strom. Auch wenn ich weiss, wie der Mensch am besten lernt und ich gut unterwegs bin mit den Kindern, kommen manchmal Zweifel, ob denn das auch gutkommt und ob die Kids genug lernen. Darum tut es gut mit Gleichgesinnten auszutauschen oder auch mal eine Art Weiterbildung zu machen.

Heute habe ich einen Workshop besucht bei Nicole Isenschmid. Sie hat 10 Jahre Erfahrung in der Volksschule in der intergrativen Förderung (IF) und brennt für den alternativen Weg des Homeschoolings. Sie möchte Menschen, die sich für diesen Weg entschieden haben ermutigen und coachen. Es war ein inspirierender und ermutigender Tag. Es tut gut von einem Profi zu hören, dass man vieles richtig macht. Das bestärkt mich sehr auf unserem Weg und gibt mir Schwung weiter dranzubleiben und es stärkt mein Vertrauen in die Kinder und in das Wunder Mensch.